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Die 8 Glieder des Yoga – verständlich erklärt

  • 2. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit

„Yoga ist doch nur Dehnen und Atmen, oder?” Diesen Gedanken höre ich öfter, als man denkt. Dabei ist das, was wir auf der Matte machen, nur ein winziger Ausschnitt aus einem viel größeren System. Vor über 2000 Jahren hat der Weise Patanjali in seinen Yoga Sutras acht „Glieder” beschrieben – auf Sanskrit Ashtanga (ashta = acht, anga = Glied) – die gemeinsam den Weg zu innerer Klarheit bilden. Asana, die körperliche Praxis, ist dabei nur eines von acht.

Ich finde diesen Pfad so wertvoll, weil er zeigt: Yoga ist kein Workout, sondern eine Lebenshaltung. Und das Schöne daran – man muss nicht alle acht Glieder perfekt beherrschen, um von ihnen zu profitieren. Schauen wir sie uns gemeinsam an.


1. Yamas – der Umgang mit der Welt

Die Yamas sind ethische Leitlinien im Umgang mit anderen: Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Nicht-Stehlen, maßvoller Umgang mit Energie und Loslassen von Besitzdenken. Klingt abstrakt? Im Alltag zeigt sich das ganz konkret – etwa wenn du in einer schwierigen Diskussion bewusst wählst, wie du sprichst.


2. Niyamas – der Umgang mit dir selbst

Während die Yamas nach außen wirken, richten sich die Niyamas nach innen: Reinheit, Zufriedenheit, Disziplin, Selbststudium und Hingabe. Es geht darum, wie ehrlich und achtsam du mit dir selbst umgehst – zum Beispiel, ob du dir erlaubst, zufrieden zu sein, auch wenn nicht alles perfekt läuft.


3. Asana – die Körperhaltung

Hier kommen die meisten von uns zum Yoga: die körperliche Praxis. Ursprünglich waren Asanas vor allem dazu gedacht, den Körper auf langes, stilles Sitzen für die Meditation vorzubereiten. Heute ist es für viele der Einstiegspunkt in alles Weitere – auch für dich vielleicht.


4. Pranayama – die Atemlenkung

Der Atem verbindet Körper und Geist. Bewusste Atemtechniken beruhigen das Nervensystem und schaffen Raum zwischen Reiz und Reaktion. Es ist oft das zugänglichste der acht Glieder – jeder kann jederzeit atmen.


5. Pratyahara – der Rückzug der Sinne

Ein bewusstes Nach-innen-Wenden, weg von ständiger äußerer Reizüberflutung. Das kennst du vielleicht aus der Endentspannung am Ende einer Stunde, wenn die Außenwelt für einen Moment leiser wird.


6. Dharana – die Konzentration

Die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf einen einzigen Punkt zu richten – einen Atemzug, eine Kerzenflamme, ein Mantra. Ein Training für den Geist, ähnlich wie Asana ein Training für den Körper ist.


7. Dhyana – die Meditation

Aus konzentrierter Aufmerksamkeit wird ein müheloser, fließender Zustand des Gewahrseins. Nicht angestrengt, sondern ein natürliches Verweilen im gegenwärtigen Moment.


8. Samadhi – die Verschmelzung

Das achte Glied beschreibt einen Zustand tiefer Verbundenheit, in dem die Trennung zwischen dem Übenden und dem Geübten verschwimmt. Ein Ziel, das sich weniger erreichen als vielmehr ereignen lässt.


Was bedeutet das für deine Praxis?

Du musst nicht bei Yama beginnen und dich bis Samadhi durcharbeiten. Die acht Glieder wirken eher wie acht Fenster in denselben Raum – jedes zeigt eine andere Perspektive auf denselben inneren Weg. Vielleicht erkennst du dich in einzelnen Gliedern schon wieder, ohne es bisher benannt zu haben.

Für mich macht genau das die Philosophie des Yoga so bereichernd: Sie gibt der Praxis auf der Matte einen größeren Sinn – und erinnert uns daran, dass Yoga weit über Asanas hinausgeht.

 
 
 

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